Kürzlich, in der Kathedrale

Die Inseln hier haben ihren eigenen Märtyer, den heiligen Magnus. Der Namen sagt es, er war Wikinger, der mit seinem Bruder hier für einige Jahre bis zum Jahr 1116 das Sagen hatte. Letzterer wollte jedoch alleine regieren und liess seinen Koch den Bruder mittels Axthieb exekutieren. Damals waren nur wenige Wunder für die Heiligsprechung notwendig, die katholische Kirche kannte noch das Subsidiaritätsprinzip und praktischerweise konnte so der Bischof hier oben 1136 den nur zwanzig Jahre zuvor verstorbenen Magnus heiligsprechen. Ihm zu Ehren haben sie dann im Jahr 1137 mit dem Bau der Kathedrale begonnen und diese rund 300 Jahre später abgeschlossen (die Gebeine des Heiligen sind einer der Säulen eingemauert; 1919 hat man tatsächlich menschliche Knochen und einen Schädel mit einer Axt-Verletzung gefunden). Die Kathedrale, die nördlichste in Grossbritannien – ist gross geraten für diesen kleinen Flecken, aber sehr schön – eindruckvolle romanischer Bau aus rotem und gelbem Sandstein, ein richtig grosses Kreuz nach Normannen-Art als Grundriss, und der Chor ist nach Osten ausgerichtet. Die Umgebung ist ausgestattet mit riesigem Friedhof, und links daneben sind die Ruinen des ehemaligen – und nicht gerade kleinen – Bischofspalastes zu sehen.

Und auch der Seiteneingang lässt sich sehen:

Die Lebensfreude hier oben im Norden schien immer gross und der Tod kein naher Verwandter gewesen zu sein. Also musste die Kirche die Leute wohl immer wieder drauf hinweisen, dass alles eitel und vergänglich ist – und sie die alleinige Fürsprecherin für das ist, was dann folgen wird. Darauf deuten die ausgeprägten Memento mori hin, die den Gräbern in der Kathedrale beigefügt sind. An andern Orten reichen ja ein paar Knochen oder Seifenblasen oder kaputte Musikinstrumente aus, um die Vergänglichkeit des Moments und des Lebens zu illustrieren. Hier kommen dann (bei einem Grab aus dem 17. Jahrhundert) – von rechts – zusätzlich der Spaten des Totengräbers, die Sanduhr, der letzte Glockenschlag, die abgebrannte Kerze, der Sarg und noch etwas (könnte ein Torfstech-Spaten sein -mit welcher Bedeutung?) zur Darstellung. Auf dass es alle begreifen.

2 Kommentare zu “Kürzlich, in der Kathedrale

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