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Einen habe ich noch von eben: In London noch vor dem Abflug aufs WC. Musste deshalb etwas Wandern. Da war bei der Toilette dieses Gate da:

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Fast hätte ich die Aufforderung persönlich genommen. Aber auf meinem Boarding pass stand etwas anderes. Auch gutes.

Papierschiffli fahren in der Badewanne oder Fährifahrten über den Rhein sind ja auch nicht so schlecht. Aber: Wer mit solchen Ausblicken an der Reling stehend mit dem Schiff abends von einer Insel nach Hause fahren kann, der hat einen guten Tag – und ein gutes Leben – erwischt. Das war auf der Fähre von Sanday zurück nach Kirkwall. Die Hinfahrt war insofern stürmischer, als dass unser seeuntüchtiger Mietwagen nach vier kleinen Wellen Alarm schlug, der Zugang zum ungedeckten Autodeck jedoch verschlossen war. Von einer kleinen Aussenplattform herab, mit ausgestrecktem Arm, reichte es aber, mittels Fernbedienung dem Auto die benötigten Impulse zu geben, sodass es wieder Ruhe gab. Und sich der Hund im Nachbarauto auch wieder beruhigen konnte. Der bellte wahrscheinlich auch, weil ihn schon lange mehr niemand gestreichelt hatte.

 

Manchmal braucht es ein Bild von hinten, um sich ein Bild zu machen.

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Und das – siehe unten – im Land, in dem Männer Röcke tragen.

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Um Mitternacht kam dann das Schiff aus Aberdeen, und mit dem Schiff kam Bettina. Grosse Freude.

 

Spaziergang mit Assoziationen

 

 

Weshalb ist der meiste angeschwemmte Plastik blau?

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Das war in der Brutzeit die Quarantänestation der am übelriechenden Gründurchfall  leidenden Riesenalke.

 

 

 

 

 

 

 

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Nach diesen Regentagen weiss nun auch Familie Hase, wie man E-r-o-s-i-o-n buchstabiert.

 

 

 

 

 

 

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Könnte bitte jemand den Kindern von Rübezahl sagen, dass sie entweder das begonnene Riesenpuzzle fertig legen oder sonst wenigstens alles aufräumen sollen.

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Er hatte vier davon, und doch kein Glück.

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Das habe ich mir immer etwas grösser vorgestellt:

 

 

 

 

 

 

 

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Nun, aus diesen Ländern kommen die Lesenden des Blogs. Einiges kann ich mir erklären. Vieles aber auch wieder nicht. Chinesische Bots und Suchroboter werden da offenbar mitgezählt. Sieht so aus wie ein Medaillenspiegel der olympischen Spiele nach dem ersten Tag (Startdisziplin Strassen-Velofahren in den Doping-90ern) oder die Rangliste nach Nobelpreisträgern pro 1 Million Einwohner oder sonstwas. Schade ist die Flagge der Orkneys 🇦🇽 nicht drauf, die würde sich auch noch gut machen.

 

 

 

Das Bild ist mir gerade erst jetzt untergekommen: Meine Grabennachbarin Brooke hatte einen schönen Feuerstein gefunden. Sie so in Daunenjacke und Regenjacke und Lewke daneben in der typischen Jacke über Hoodie. So kalt war es doch gar nicht, einfach windy. Und ja, ich sage es lieber selber: Hätte mein Hemd 100 Franken gekostet als ich es gekauft habe, wäre dem Verkäufer der heilige Martin entgegen geritten.

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Weil überall so viel Himmel und Licht ist, gibt es abends oft Interessantes zu sehen im Westen.

 

 

 

 

 

Sitze ich also am Ende einer Wanderung auf einer Insel auf einer Bank und warte aufs Schiff. Kommt ein Hund mit seinem schüchternen Freundhund (hinten), legt einen Stein vor mich und sich selber dahinter. Er braucht keinen am anderen Ende der Leine, der sagt: «Er will bloss spielen». Sein Hundekörper sprach selber. 10 Minuten liess ich ihn schmoren – das Schiff kam schliesslich erst in  40 Minuten und ich hatte keine Lust, solange Steine zu werfen. Irgendwann spitzkickte ich den Stein weg, was grosse Aufregung verursachte. Nullkommaplötzlich war er wieder da. Dem Hundespeichel auf dem Stein ausweichend, legte ich ihn auf meinen starken rechten Fuss und spedierte ihn weit weg. Der Hund, spielversessen, holte den Stein ein, als dieser noch in der Luft war, unterlief ihn, und der Stein fiel ihm voll auf den Kopf (immerhin versuchte er nicht, ihn mit der Fresse zu fangen). War offenbar nicht das erste Mal, denn er liess sich nichts anmerken, und brachte ihn zurück. Der Freundhund schaute aus sicherer Entfernung und humpelte unbeholfen umher (vielleicht die Folge jahrelangen Spielens mit Steinen). Ich empfahl der Familie, einige Schafe zuzutun oder einen Baum zu pflanzen, um den Hunden in einigen Jahren einen Holzast als Steinersatz anbieten zu können.

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Auf diesen Inseln ist es ein wenig wie in den alpinen, kleinviehsubventionierten Bergtälern: Platz für einen Bagger findet sich immer.P1080565

Sie stehen noch – die roten Kabinen, auch am entlegensten Ort, aber sie drohen auseinanderzufallen (diese ist mehr oder weniger liebevoll umwickelt), und ein Schild im Innern («Out of order») bestätigt, dass seit vielen Jahren anders telefoniert wird.

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Nachdem die Thurgauer eine der Inseln taufen durften («Hoy»), war die Reihe nun an A. Kupper.

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Was man mit überzähligen Pneus auch noch machen kann (wenn grad keine Ausgrabung zur Hand ist):

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Das ist gar kein schlechter Name für ein kleines Boot, das aufs wilde, weite Meer geschickt wird. Da haben der optimistische Kapitän, der sich auf jede Wellenkrone setzt, und die pessimistische Kapitänsgattin, die sich – wenn der Alte auf See ist – notorisch als Kapitänswitwe vorstellt, was davon.

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Es gibt die Tage, da ist es so offensichtlich, dass ich in Grossbritannien bin. Fuhr heute ein älteres Ehepaar auf den Parkplatz und stieg aus diesem alten Feuerwehrauto. Die fahren damit durch die Gegend. Innen haben sie eine Helmsammlung, polierte Uniformen, das Auto hat er in 24 Jahren nebst seiner Arbeit als Feuerwehrmann flott gemacht, jedes Ventil ist poliert, die Pumpe könnte er anstellen und die würde 350 Liter pro Minute pumpen. Sie haben mir das so nett und stolz gezeigt, dass ich nichts anders konnte als eifersüchtig zu sein auf soviel Passion. Die Diskussion, die sich dann an meiner Frage entzündete, wer die Blechhelme denn nun besser poliere, zeigte, dass die beiden ein gutes Team waren (beide waren sicher, dass sie selber das besser könnten, dann einigten sie sich auf ihn).

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«Hallo, ich bin die Flut, und du machst dich mal besser auf den Weg ins Trockene …»

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«Hallo, ich bin das Unwetter, und du suchst mal besser einen Unterstand …»

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Am Freitag, zwei Wochen vor Arbeitsschluss, haben alle zusammen einen Rundgang gemacht, damit wieder mal alle sahen, was denn so die anderen gemacht haben  und noch machen werden. Es war ein nasser Tag.

IMG_1221Waren da unter anderem: Levke (D), Roy in Orange (macht die Führungen und ist Keramikspezialist), Hugo (Feuersteinspezialist), Sam (verdeckt, analysiert Bodenproben), Nick (Site director), Dave (mit dem Rücken zugewandt, Supervisor), helle Kappe (kenne ich nicht), Jim (Supervisor), Gary (Cowboyhut, aus Texas, studiert hier), Brooke (Studentin aus Oregon), Scott (ihr Professor), Kate und Kathleen (beide Studentinnen aus USA), Alison (hält Langzeitrekord in Zeltübernachtungen – 53 – auf den Orkneys).

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Und da ein weiteres Fünftel der Aktiven von rechts: Hugo (Supervisor dieses Grabens), Sarah (läuft manchmal im Trockenanzug über den Platz, da sie im angrenzenden Loch nach Spuren der Steingewinnung sucht, aus USA), Linda und Claire (zwei hiesige in der Original-Gelb-Verschreck-Jacke) und ganz links aussen Andy (Supervisor in orange). Irgendwie sind die Archäologen immer angezogen, als ob sie auch grad auf eine dreiwöchige Kabeljau-Fangfahrt mit einem norwegischen Fischerboot gehen könnten … aber zweckmässig ist das Gummizeugs schon. Habe mir auch schon so eine Hose zugelegt, immerhin nicht in oranger oder gelber Farbe.

 

Heute ist Olma aka Orkney County Show, für die einen die Chance, ein Champion zu werden, für die anderen einfach wieder mal eine Gelegenheit, sich sauber zu betrinken. Also gar nicht so anders als anderswo.

 

Gestern Freitag, 11. 8., war Regenbogen-Tag. Immer und überall waren sie zu sehen. Zum ersten Mal im Leben bin ich unter einem Regenbogen hindurch gefahren – mit dem Bus. Irgendwann verschwand der dann einfach, auf der anderen Seite sah ich ihn dann wieder. Das Bild zeigt, dass die Busfenster ordentlich sauber sind. Und es zeigt auch, dass kein Goldtopf am Ende des Regenbogens wartet (zumindest nicht am Nordende), sondern eine Schule (der Ortschaft Finstown).

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Am Sonntagmorgen ist es auf dem Dig schön ruhig, und da der Bus früh dran war heute, war ich schon um 9 Uhr dort und ging mal aufs Gerüst, dass für die Führungen da ist, damit die Besucher von oben auf die Strukturen und Gebäude schauen können. Und so sieht das alles aus an einem windstillen Morgen:

Da hat jemand aus dem Muster, das auf den Steinen hier oft eingeritzt gefunden wird, ein Strickmuster für Kappen gemacht. Das verkaufen wir hier im Shop. Und da habe ich kaum den Mund aufgemacht («that’s bonnie»), hat eine der Strickdamen, deren Socken und Schals wir hier auch verkaufen, mir auch schon eine solche Kappe gestrickt und geschenkt.

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Manchmal am Samstagabend im Sommer verkleiden sich hier Männer und Frauen, ziehen Röcke an und geben ein Platzkonzert. So viel schottische Folklore darf sein, auch wenn sie hier sonst auf ihre nordischen Wurzeln pochen und Musik eher mit Fiddel und Akkordeon gepflegt wird (nebst dem Hardrock und Metal oder wie immer das heisst).

Von diesen Steinen kann ich einfach nicht genug kriegen. Zum Glück liegen sie am Arbeitsweg.

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Ich hätte ihn (den da unten) gerne etwas aufgeheitert, wusste aber nicht wie (heiteres Schafscherenklappern? Wolfswitze? Grüsse vom Merino-Cousin? Sternzeichen-Raten? Auch mal über den Zaun hinweg fressen? Sehen wir uns an Ostern?).

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So kündigte sich heute vollmundig der Regen an, konnte dann aber nicht liefern und es blieb sonnig auf unserer Halbinsel.

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Der Hammel hatte sich umsonst einen geschützten Platz gesucht …

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Himmel ist hier immer und überall.

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Einen Otter habe ich immer noch nicht gesehen, obwohl 600 Meter von meiner Wohnung entfernt zwischen dem Ort und der Gewerbezone dieses lächerliche Schild steht …

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Offenbar ist es das Jahr der «Wenn ich alleine auf einem Fels stehe, bin ich glücklich»-Vögel.

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Diese Guillemots (der englische Name ist nur unmerklich besser als das deutsche Lumme) sehen nicht so aus, sind aber flugtüchtig. Und können bis zu 200 m tief tauchen.p1080330.jpg

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Diese Razorbills tragen ihre weisse Weste stolz und den Namen zurecht.

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Im Schatten liegt ein flauschiges Bündel Sturmvogel.

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Da sitzt normalerweise ein Vogel drauf (siehe unten). Wenn er nicht drauf sitzt, ist er in der Luft, fliegt nach Kanada und wird dabei 50 Jahre alt. Oder in meinem Fall: Fliegt drei Mal 50 cm über meinem Kopf hinweg, einmal einen feigen Angriff von hinten, und weg bin ich.

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Dieser Black Guillemot trägt zu dieses Jahreszeit gepunktet.

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Die Robbe ist der stürmischen Nordsee im Hintergrund in flaches Gewässer ausgewichen.p1080317.jpg

Das blieb nicht unbemerkt.

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P1080310Und bald kommt die grössere Verwandtschaft auch noch herbeigeschwommen.p1080319-e1500931116693.jpg

Prognose: Resultat des Cup-Finals 2018, also geht es ins Penalty-Schiessen:

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Vor einigen Tagen auf unserem Parkplatz eingefahren.

In der letzten Juni-Woche kommt nun die Landschaft zum Zug. Und hinter den weissen Wellen tobt der Atlantik.

Knapp zwei Kilometer von der Küste entfernt sieht es dann so aus. Heidekraut und Moor und nichts mehr. Eine kleine Strasse. Und, ja, Wind.

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Und in der guten alten Zeit haben sie da Torf gestochen und den Hügeln eigentlich die Haut abgezogen.

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In der zweitkürzesten Nacht des Jahres beleuchtete die Sonne um 22 Uhr die Kathedrale nochmals so richtig. Sandstein im Abendrot.

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Um Mitternacht war dann nur halbdunkel, weil jemand den Wolkenvorhang gezogen hat.

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Am 19. Juni der Ostküste entlang nach Norden gefahren bis zum kleinen Hafen von Tingwall.

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Eine der kleinsten Inseln dieses Archipels, Holm of Rendall:

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Eine der interessantesten Inseln im Hintergrund, Rousay, das Ägypten des Nordens, wie sie es hier nennen – wegen der vielen vieltausendjährigen Gräber:

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Ein Passing place, der für ein Velo gerade ausreichend ist.

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Gegenwind härte ab und sei gut für die Psyche. Hm. Nicht so sicher. Vielleicht in the long run.

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Die Bucht von Kirkwall

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Und abends haben mich die Schafe auch mal noch von einer anderen Seite kennen gelernt:

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Da (auf der Nachbarsinsel Shapinsay, 30 Minuten per Boot) wohnten die Crofters, gemeinsam mit dem Vieh unter einem Dach, und dort …

P1080196… war der Laird zuhause, die Familie Balfour.

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Und einsam brütet eine Möwe (tja, eine der siebenhundert Arten). Die ist wenigstens ruhig. Im Gegensatz zu …

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… diesem oystercatcher, der fast ausrastet, nur weil er die Heidekrautauster nicht sofort findet.

Und die da sagen sowieso nichts. Aber schauen stundenlang.

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Irgendwie kommt mir dieser Graurobbe diese komische Zeichnung mit der «Kilroy was here»-Zeile in den Sinn.

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Erwischt beim unkonventionellen Date.

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Robben im Süsswasser-Loch.

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Und da geht es am 3. Juli los, unter den Pneus liegt das 5000 Jahre alte Dorf.

Die Stones of Stenness. Von ehemals zwölf Steinen, alle rund 5 Meter hoch, stehen noch vier. In der Mitte eine Feuerstelle. Erbaut vor rund 5100 Jahren, also 1000 Jahre vor Stonehenge.

Der Ring of Brodgar. Niemand hat die kleinste Ahnung, wozu der erbaut wurde (vor ca. 4700 Jahren). Rund 100 Meter Durchmesser mit 60 Steinen, von denen noch 27 stehen.

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Links von der linken Bohrinsel liegt nicht sehr tief ein englisches Schlachtschiff, das 1939 von einem deutschen U-Boot, das sich in diesen natürlichen Hafen einschlich, versenkt wurde.

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Die Schokolade-Seite von Kirkwall Richtung Süden. Im Hintergrund die Scapa Flow-Distillery (eine von zwei hier, die andere – Highland Park – liegt 400 m entfernt davon).

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