Wenn wir’s grad von Schiffen haben

Da kommen also diese Schiffe, die grossen Kreuzfahrtschiffe, nach Kirkwall, lassen die Passagiere an Land und in Busse steigen; diese fahren dann übers Land und vor die Läden und am Ende sind viele zufrieden. Die Busbesitzer, die Hafenbesitzer wegen der Gebühren für nix, die Ladenbesitzer (schon wieder vierhundert Stoff-Puffins und 350 Wolldecken weg; was alte Leute nicht so alles brauchen …) und die Schiffsbesatzungen, die so einige Stunden Ruhe haben. Ich habe mal gezählt, zwischen meiner Ankunft hier bis Ende Juni legen 31 Schiffe an. Das sind zwar immer noch nur ein Drittel der Schiffe, die in Venedig vorbei schauen. Aber auch diese 31 Schiffe könnten vollgepackt 27 212 Personen an Bord haben. Schätzen wir mal, dass sie zu dieser Jahreszeit zu 2/3 gebucht sind. Dann stehen 19 102 Personen an der Reling, am Fenster, an der Bar oder wie immer am falschen Ort, wenn sich die Schiffe den Orkney-Inseln nähern. Davon haben wahrscheinlich rund ein Drittel den Landausflug gebucht (die andern tun was, was andere in den Ferien jeweils tun: trinken und schlafen – beides alleine oder nicht – und sich seriös auf den bunten Abend vorbereiten. Das wären dann 6304 Leute, die mit Feldstechern und Allwetterjacken, Goretex-Schuhen und Rucksäcken und – wichtig! – Trinkwasserflaschen Land gewinnen. Sie sind so ausgerüstet, als ob die sie Abenteuer am Südpol von Ernest Shackleton oder John Franklin (dem Helden aus «Die Erfindung der Langsamkeit») in der Nordwestpassage mitmachen könnten. Das alles erwähne ich nur, um kurz darauf hinzuweisen, dass das Leben Kreise schliesst. Als ich gestern die St Magnus-Kathedrale besuchte, fiel mir dort ein Gedenkstein und das Grab des hier in der Nähe geborenen Arztes und Arktisforschers John Rae auf, der damals das Ende der Franklin-Expedition, die kläglich scheiterte, im hohen Norden Kanadas ausfindig machte. Die Expeditionsgeschichten von Franklin und Rae habe ich früher in allen Formen verschlungen, und da liegt also einer der Hauptprotagonisten quasi vor der Haustüre begraben.

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Und im Innern der Kathedrale hat er ein kleines Denkmal erhalten. Da liegt er entspannt und bewaffnet, der Arctic Explorer und wird dank der Heizung, die sie ihm eingebaut haben, nie mehr frieren.

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Die fieberhafte Suche nach einer schiffbaren Nordwestpassage, also vom Atlantik zwischen Kanada und dem Eis der Arktis  hindurch in den Pazifik resp. in den Norden Russlands hätten sie sich sparen können. Heute ist dank Klimawandel und Eisrückgang die Passage schon fast durchgängig befahrbar. Fast.

Wahrscheinlich ökonomisch keine schlechte Wahl, auf diese Kreuzfahrtschiffe zu setzen. Am Ausgrabungsort, an dem ich dann mitwirken werde, sobald wir Anfangs Juli die 1000 Pneus entfernt haben, fahren die Busse offenbar in leicht reduziertem Tempo vorbei («Links sehen Sie nun … »). Und wenn die 6304 Personen aus, sagen wir mal sozio-ökonomisch stabilen bis ausgabefreundlichen Schichten kommen, dann wird sich das wohl lohnen.

Und so – siehe unten – wird es dann am 3. Juli hier zu und her gehen, wenn die Pneus und Blachen auf der Ausgrabungsstelle wegmüssen (einfach alles im Regen, wenn es so weitergeht wie bisher):

 

PS. Gewählt wurde hier (zusammen mit den Shetland-Inseln ein Wahlkreis) wie immer in den letzten 70 Jahren ein Vertreter der LibDem, Alistair Carmichael.

PSPS. Auch noch gelesen heute: Einer schrieb 2009 ein Buch mit den schönen Titel «Chucking it All: How Downsizing to a Windswept Scottish Island Did Absolutely Nothing to Improve My Life» …

PSPSPS. Könnte mal jemand einen Vergleich zwischen den Namen der Kreuzfahrtschiffe der neueren Generation und den Namen von Freudenhäusern machen, bitte? Hier eine wilde Mischung, die zeigt, dass nicht immer a priori klar ist, was was ist (bösere Zungen behaupten gar, dass der Unterschied gar nicht so gross sei): Scaccomatto, Gabbiano, Pompeii, AIDAvita (in Versionen wie AIDAsol, AIDAluna, AIDAcara), Boudicca,  Preziosa, Spitsbergen, Carribean Princess, Saga Sapphire, Pride Variety, Magic Variety, Adonia, Odyssey Marina (Synonym für den sicheren Hafen des umherfahrenden Freiers), Oriana Hamburg, Serenissima, Norwegian Jade.
OK, nur die ersten drei sind keine Schiffe. Viel mehr Namen solchen Nicht-Schiffen kenne ich aber auch nicht. Pfadi-Ehrenwort.

e domani?

È una domando che ultimamente ha sempre avuto delle risposte. Ma oggi, la risposta è meno chiara. Delle cose ci saranno da fare; la spesa, iscrivermi alla biblioteca, iscrevermi al centro di sport (per lo swimming pool e altre cose), tornare alla scuola di musica (dove oggi non c’era nessuna per organizzarmi un paio di lezioni di chitarra) e fare il primo giro in bici. E sopratutto preparare bene il small talk sul tempo nei negozi e bar. Compito facile per domani:

kirk

Ma sopratutta andare al porto ( 1 minuto a piedi dal mio appartamento) per guardare l’arrivo di una mega barca che fa tappa qui sul suo viaggio da Reikjavik a Hamburg dalle ore 7 alle 20:  La MSC Aida, con piu o meno 4000 passegieri. Si raddoppia quasi la popolazione orchadiana di Kirkwall. E diventato un business attirare queste barche, che non possano più tanto fare i giri nel meditteraneo verso l’Africa o nei mari vicino alla penisola arabica. Ce n’è una barca ogni giorno, talvolta anche due, mi dice la gente. Ne sono anche fieri, e si vede anche già un po‘ nella struttara dei negozi e dei bar. E fra poco comincia un festival internazionale di musica classico che illustra bene i legami stretti di queste isole col nord: ci saranno presenti cori e orchestri di Oslo, Trondheim e Bergen.

Ah, sì, il tempo nel luogo dove sono stato ultimamente a causa di questo, il tempo domani si presenta così:

Belli

 

Weggehen und ankommen

Aller Anfang, aber auch aller Abschied sei schwer, sagen sie. Bestätige ich. Aber via London (mit Wagamama-enriched Pause) und Edinburgh dann im kleinen Propellerdingsbums ging und flog alles gut. Im Flughafengebäude Kirkwalls, so gross wie der Bahnhof von La Punt, begann pünktlich um 19 Uhr sogar ein Förderband zu laufen. Nach fünf Gepäckstücken stoppte es und die Leute zogen von dannen; also alle zehn, die ihre Koffer nun hatten, und es blieben: Eine Shopverkäuferin, ein technischer Angestellter in Gelb und zwei Personen hinter einem Schalter, die das taten, was viele Leute so tun am Sonntagabend, sich anschweigen. Meine Fragen, ob und wann wohl und wie es so aussähe, also, ja, ein Velo und einer mit Übergewicht, nichts Persönliches, ein Koffer, lösten nicht mehr aus als eine kleine Routine: Formular ausfüllen, Tipps, wo es denn Pijamas zu kaufen gäbe (Tesco’s) abgeben und ja, Morgen käme gegen Mittag wieder ein Flugzeug. Im kalten Wind draussen dann kamen Michael und Teenie, meine Landlords, mit ihrem Bus, aber, nein, kein Gepäck. Sie wohnen auf Westray, einer Insel im Nordwesten und vermieten mir ihre Wohnung in Kirkwall auf Mainland.

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Ihre Hochzeitsreise haben sie damals nach Obergesteln gemacht. Das ist gegenwindsüchtigen Velofahrern ein Begriff. Meine Wohnung ist klein, unter dem Dach, profitiert von der Ruhe der Fussgängerzone (Möwen sind keine Fussgänger und müssen deshalb auch nicht ruhig sein). Die Inseln sind britisch, also haben mindestens zwei Läden von 7 bis 22 Uhr offen und haben alles. Dass beide 20 Meter von meiner Wohnung weg, soll kein Nachteil sind. Die Namen meiner Nachbarn habe ich nach dem vierten Pardon sofort verstanden. Die Aussicht in die Hinterhöfe Richtung der kleinen Kirche ist interessant, vor allem wegen dem Himmel, der immer anders ist als 5 Minuten zuvor. Gestern abend blauer Himmel mit Wolken und Sonne, heute vormittag (da unten) wieder blauer Himmel mit Wolken und Sonne. Und so soll das nun den ganzen Sommer lang gehen, sagen sie hier.

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Kurz vor Mittag rief Kieran vom Flughafen an und sagte, dass meine Dinge da seien und nun geliefert würden. – Danke. Es klopfte an der Tür und der Taxifahrer sagte, dass meine Dinge da seien. Ich ihm hintendrein die Treppe runter und er dann die Strasse runter, ich ihm hintendrein (die Strasse ist gesperrt wegen Bauarbeiten weiter oben), und weiter unten zeigt er auf die Strassenecke rechts hinten und da hat er einen kleinen Haufen gemacht mit Koffer, Rucksack und Kartonkiste. Zum Glück kommt die Kehrrichtabfuhr erst am Mittwoch (ich weiss, dass Integration über Sauberkeit und die lokalen Regeln läuft, das hörte in zuhause immer wieder, also habe ich das als erstes nachgefragt). Als ich ihm einen Tip geben wollte, sass er schon wieder im Auto und fuhr davon. Wikinger, meinte Bettina. Und im Hinterhof ist nun aus der Kiste nicht ein Urmel, sondern das Velo gestiegen. In Einzelteilen, wie eingepackt, und alle ganz. img_0856