… dem Abfall auf einer Insel?
Schon klar: So viel wie möglich wieder verwerten. Der übrige Kehricht wird gesammelt und auf eine Inselgruppe noch weiter im Norden verschifft – auf die Shetland-Inseln. Dort hat es eine Kehrichtverbrennungsanlage, die daraus Fernwärme macht. Die können sie gut brauchen; dort ist’s noch kühler und windiger als hier.
Für alles, das nicht verbrannt und auch ziemlich sicher nicht wiederverwertet werden kann, wie zum Beispiel eine dampfbetriebene Walze, gilt: Ab der Strasse fahren und parkieren.

Wer für seinen Oeltanker eine neue Ankerkette gekauft hat, darf die alte auf dem Pier abladen und hoffen, dass es für Kunst gehalten wird.

… mit einer Botschaft an die Zukunft?
Wenn die Ausgrabung zugeschüttet wird, dann wird auch diese Bleibüchse («our time capsule») mit versenkt und vergraben – mit Botschaften, Medien und wissenschaftlichen Erkenntnissen der bisherigen Ausgrabungen sowie deren Pläne. So werden sich denjenigen, die das hier in 18, 94 oder 145 Jahren (oder nie) wieder ausgraben, von Anfang an grad viele Fragen stellen.

Die Frage ist nun, was ich dort reinschreiben soll.
… mit der Braut vor der Hochzeit?
Die Tradition des «Blackening» hier sagt es klar: Sie und ihre Freundinnen trinken sich in gute Laune (vormittags), überschütten sich mit übelriechendem Sirup (oder was immer das ist), fahren auf der Ladefläche des Lieferwagens lärmend den Samstag lang durchs Städtchen, erschrecken alle Touristen, und die Braut wird schliesslich noch ans Marktkreuz (links im Bild) bei der Kathedrale (oder – wie heute gesehen – an den Mast der Strassenbeleuchtung beim Tesco-Parkplatz) gebunden und nochmals mit dem hässlich Zeug überschüttet. Männer machen imfall einfach das Gleiche – einfach etwas lauter und ohne die Ballone.

… mit 77 toten Walen?
Ihr habt es vielleicht gelesen – auf Sanday (eine der Inseln hier, etwas nördlich von meiner Insel) sind vorgestern 77 Pilot whales gestrandet, da sie sich vermutlich verschwommen haben (und ihrem Namen nicht gerade Ehre gemacht haben). 12 mussten getötet werden, die anderen waren bereits tot. Männchen und Weibchen und Jungtiere und Kälber (sagt man offenbar, sind ja Säugetiere). Wie das passieren konnte? Tja, der Theorien sind viele: Am plausibelsten ist Orientierungsverlust («navigational error in the shallow waters» schrieb Radion BBC Orkney) oder das Herdenverhalten, dass alle einem verletzten Walweibchen, die hier die Anführerinnen stellen, gefolgt und dann gelandet sind. Noch laufen das Wochenende über Untersuchungen, die vor allem darin bestehen, die grossen Weibchen anzuschauen und aufzuschneiden, danach beginnt es dann bald sehr zu stinken. Nun muss die Lokalregierung hier eine Lösung für 77 Walkadaver finden. Darf natürlich auch nichts kosten. Im Vordergrund steht Verscharren an Land oder aufs Meer hinaus ziehen und dort die Nahrungkette bereichern.
So sieht es da übrigens aus, wo nun die toten Wale liegen. Bettina und ich waren 2017 auf jener Insel. Es hat dort am Strand auch ein fast im Sand versunkenes 5000 Jahres altes Steinhaus, und daneben wurden 12 Skelette von – genau, Walen gefunden, deren Knochen säuberlich ausgelegt waren.




















































