Update: 77 Wale loswerden

Wir hatten es hier von den angeschwommenen Pilot-Walen (oder Grindwale) auf Sanday. Übers Wochenende haben sich dort über 25 Fachleute versammelt und insgesamt 35 der Wale untersucht und offenbar sogar in deren Bäuche geschaut – die Tiere schienen gut genährt gewesen zu sein und haben kurz vor der Landung gegessen. Hungerast ist also ausgeschlossen.

Foto: BBC Radio Orkney

Einige der Tiere sind über 7 Meter lang und bis zu 8 Tonnen schwer – ergibt einen BMI von über 150. Hat da mal jemand drüber nachgedacht? Ob das mit den 8 Tonnen allerdings stimmt? Angenommen, das Tier sei 7 Meter lang, und von vorne bis hinten durchschnittlich einen Meter breit und hoch, ergäbe das ein Volumen von 5,25 Kubikmetern. 8000 kg geteilt durch 5,25 ergibt eine Dichte von rund 1’500 kg pro Kubikmeter. Also irgendwo zwischen Steinkohle und Magnesium. Und wie soll ein Tier mit so schweren Knochen schwimmen können?

Zurück zu den Walen: Nun hat die Inselregierung entschieden, die Tiere an Land zu begraben. Die schottische Umweltbehörde hat ihr OK dazu gegeben, unter der Auflage, dass pro Grabmulde maximal 10 Tiere begraben werden können. Die Standorte für diese Mulden wurden nun mit den Bauern dort festgelegt. Ein Tier wird auf dem Strand liegengelassen, sodass die Natur ihr Werk tun kann – und die Insel in einigen Monaten ein vollständiges Walskelett ihr eigen nennen kann.

Andere Frage

Hier bricht ja wieder die hohe Zeit der Ankunft der Kreuzfahrtschiffe an. Alle, die kein Café, Juwelier-Atelier, keinen Plüsch-Puffin-Shop oder Tand-Laden haben, fragen sich: Wohin mit den 5000 Touristen, die sich an solchen Tagen auf die Hauptinsel ergiessen? Darüber fluchen ist schon mal ein erster Schritt. Andere sehen die Vorteile. Die Hafenbehörden spielen sauber und präsentieren immer Anfangs Woche, was da so einlaufen wird, sodass sich alle vorbereiten können.

Am Donnerstag wird also wieder etwas los sein. Die Kreativen zählen dann jeweils die Passagiere zusammen und publizieren im stillen Protest diese Statistiken.

Auf dem hellblauen Schiff ganz rechts sollen halb so viele Leute sein wie hier wohnen (Passagiere und Besatzung zusammen summieren sich auf über 6000 Personen). Weil in Kirkwall die Schiffe an Land anlegen können, erhält auch die Mannschaft oft Ausgang, also die Köchinnen, Tänzer, Gouvernanten, Maschinisten, Croupiers, Coiffeure, GA und … Ein guter Teil davon sammelt sich dann jeweils im Vorraum der Bibliothek, wo es Gratis-WLAN gibt.

Leser-Service

Da liegt Sanday, beim roten Punkt wohne ich, beim grünen Punkt arbeite ich und beim blauen Punkt werde ich das nächste Weekend verbringen.

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