Ich hatte es hier und hier davon. Und es liess mir keine Ruhe. Wer was lernen will, geht in die Schule. Oder ins Museum. Gedacht, getan. Dort, in Stromness, lachte mir das da entgegen:

Passte ja irgendwie. Speerspitzen aus Quarzit. Hergestellt in West-Australien, nahe der Stadt Kimberley. Wahrscheinlich von Aboriginals. Vor kurzer oder vor längerer Zeit. Und offenbar beliebt bei europäischen Sammlern, die sie zusammen mit neolithischen Feuerstein-Pfeilspitzen sammelten.
Da Stadtnamen in ehemaligen britischen Kolonien fast immer britischen Ursprungs sind (ein Kimberley gibt es auch in Südafrika und Kanada) und mit Städten zuhause, mutigen Imperialisten, Politikern und Verwaltern zu tun haben, führt Kimberley zum Earl of Kimberley. Das war ein neu erfundener Titel, der Ende des 19. Jahrhunderts dem späteren Aussenminister verliehen wurde, nach dem die Städte und Regionen in den Kolonien benannt wurden. Und ja, es gibt auch heute noch einen Earl of Kimberley. Der lebt wie seine Vorgänger in Kimberley in Norfolk. Und das bedeutet soviel wie «Cyneburgs gerodetes Waldstück» (von hier). Cyneburg ist ein Frauenname, aber es bedeutet auch königlicher Ort oder Festung. Nun, da liegt der Ursprung von Kimberley als Hausnamen. Die Hausbesitzer geben auch hier oben ihren Bungalows gerne etwas grossspurige Namen. Wahrscheinlich ist es einfacher, sich in einer einstöckigen, einfachverglasten, königlichen Festung («three bedrooms and garden shed») den anrauschen Touristen, Winterstürmen, dem Verkehr und den Werbeanrufen entgegenzustemmen als in einer profan benannten Behausung.
Ehrlich gesagt, ich hatte zuerst gehofft, das «Cyne» in Cyneburg habe was mit Hunden zu tun. Da wäre Stoff gewesen für Weiteres. So aber schliesst sich hier dieser Reigen um Kimberleys Herkunft.