Es war ein Vergnügen, Leute und Leute kennen zu lernen und immer wieder zu sehen, oder nur einmal. Es war eine Freude, mal kurz, mal lang, mal gar nicht, mal noch nicht mit ihnen zu sprechen. Die beiden in gelben Jacken sind unschwer als Archäologen zu identifizieren, sowas wie Tshirt kennen die gar nicht, kommen sie doch aus York und Nordirland. Die beiden im Vordergrund haben ein Boot nachgebaut, das so oder ähnlich den ersten Bauern in der Steinzeit die Durchquerung des Pentland Firth, der Meerenge zwischen Schottland und den Orkneys, ermöglicht hätte. Kann ich mir vorstellen. Aber dass dort drin dann noch zwei Kälber, eine Sau und vier Hunde Platz haben mussten, hm, ich weiss ja nicht. Und die engste Stelle im Pentland Firth beträgt ja immerhin 10 Kilometer und der Gezeitenstrom hat eine Geschwindigkeit von rund 30 km/h (eine der höchsten weltweit, man durchquert eigentlich etwa acht Mal den Amazonas).

Die Rangers von Historic Environment Scotland machten auch Führungen bei uns auf dem Dig und waren immer wieder mal sonst anzutreffen. Der Keith links aussen lebt im Winter in Zypern, seine Kollegin Eleanor trägt immer kurze Hosen (immer), Elaine und Sandra haben so richtig schöne Dialekte von hier und so zufrieden wie Martin rechts aussen möchte ich auch mal werden. Und der Kofferraum ihres Autos war ihre fahrbare Teebar. Und immer wenn Elaine zu uns auf den Dig kam, regnete es.
So sehen viele Leute aus, wenn wie am Tag der offenen Tür mehr als 1200 Leute sehen wollen, was da passiert.

Und von diesen Riesendingern kommen viele der Leute her.

Und so habe ich die Leute aus dem Graben gesehen, in dem ich zuletzt tätig war. Am liebsten rief ich Besuchern, die sich auf Schweizerdeutsch gegenseitig Fragen stellten, aus dem Graben Antworten zu. Wurde meist mit interessanten Gesichtsausdrücken belohnt. Und einmal mit einer Tafel Schokolade.

Mary (rechts) brachte oft Kuchen und Gutzis vorbei. Paula in der Mitte macht im Auftrag von Tesco Sozial- und Gemeindeeinsätze, kam so auch bei uns vorbei und machte die Kasse im Laden. Kathleen aus Perth half vier Tage aus beim Empfang und kriegt dann nächstes Jahr eine kleinere Jacke. Und die hohe rote Stirn gehört mir.

Bei gutem Wetter ist auch die Stimmung gut. Bei schlechtem natürlich auch. Aber es war ein guter Sommer. Und auch ich habe den Antrag gestellt, nächstes Jahr eine kleinere Weste zu kriegen. Und sie muss auch nicht gefüttert sein. Oder gelb.

Eine der beiden Artists in residence. Elisabeth, eine pensionierte Kunstprofessorin. Im Graben. Von ihr habe ich ein Bild gemacht (das da unten), von der anderen, Karen, eines gekauft.

In Stromness machen sie im Sommer eine sog. Shopping Week, an der es auch einen Umzug gibt und einige haben den Dig nachgestellt und sind damit die 300 m lange Hauptstrasse von Stromness entlang gefahren. Perfekt nachgebaut aber die grüne Umhülllung des Gerüstes, sehrsehr originalgetreu. Wozu das alles dient, wurde mir nicht klar. Fraser, der pensionierte Lehrer und meine Auskunftsperson für alles Historische der Inseln, meinte, das sei einfach ein weiterer Anlass, sich öffentlich zu besaufen.

Das war das ganze Team des Sommers vor Ort. Und ja, ich bin drauf.
