Das ist dann eine Aufgabe für die Unerfahrenen: Runterschaben und runtergraben bis auf die Lehmschicht; dann weiss man, dass man zuunterst ist. Darunter ist nur noch Fels. Also putzte ich mal den Dreck raus. Zu finden gab es da noch nichts.

Das Ganze ist in diesem Graben (siehe unten), der vor 12 Jahren geöffnet, dann aber nach zwei Jahren wieder zugedeckt wurde und jetzt wieder untersucht wird: Trench J.
In der oberen linken Hälfte zeichnet sich ein ovales Gebäude ab, das eine der ältesten Strukturen hier sein könnte (die meisten Strukturen hier sonst sind rechteckig). Und unten rechts kann man die Grosse Mauer von Brodgar sehen, die nach links wegbiegt. Weshalb diese Gebäude hier von einer sechs Meter dicken Mauer umgeben wurden, ist weiterhin ein Rätsel. Hier gibt es übrigens ein 3D-Modell des Grabens (einer macht mit einer langen Stange 400 Fotos des Grabens aus etwa 3 m Höhe und das wird dann zusammengerechnet und fertig ist das).

Das da ist die Aussenseite dieser Mauer, die schöne Fundamentsteine aus Sandstein umfasste. Und ursprünglich einiges höher war.

Das war dann also mein neuer Arbeitsplatz (dank den Polstern unter den Knien fast ergonomisch. Rund 5 Minuten lang, danach mit vielen Positionswechseln verbunden; dasch definitiv eine Altersfrage …)

Und was braun, erdig war, wird nach geduldigem Kratzen und Schaben und Graben zu Andersfarbigem. Das ist der valuable stuff, Verkohltes, Ablagerungen. Da müssen dann andere ran. Aber man sieht es rasch, dass da eine neue Schicht beginnt. Und alles zum ersten Mal ab Tageslicht seit mehr als 5000 Jahren …

Zuerst aber gab es natürlich eine Einführung (zusammen mit Studierenden der Uni Inverness). Am Graben stehen und Reinschauen ist sowieso eine wichtige Aufgabe der Archäologen. Das kann ich schon gut.

Bild: @UHIArchaeology
Der Ort hier ist im übrigen auch bekannt für eine schön gemachten Drainagen, welche die Steinzeitler mit viel Aufwand legten und mit Steinplatten bedeckten.

Und die Trockenmauern sind sowieso eine Wucht. Manche der Steine sind verziert (manchmal auf der Seite, die innen in der Mauer liegt).