Aller Anfang, aber auch aller Abschied sei schwer, sagen sie. Bestätige ich. Aber via London (mit Wagamama-enriched Pause) und Edinburgh dann im kleinen Propellerdingsbums ging und flog alles gut. Im Flughafengebäude Kirkwalls, so gross wie der Bahnhof von La Punt, begann pünktlich um 19 Uhr sogar ein Förderband zu laufen. Nach fünf Gepäckstücken stoppte es und die Leute zogen von dannen; also alle zehn, die ihre Koffer nun hatten, und es blieben: Eine Shopverkäuferin, ein technischer Angestellter in Gelb und zwei Personen hinter einem Schalter, die das taten, was viele Leute so tun am Sonntagabend, sich anschweigen. Meine Fragen, ob und wann wohl und wie es so aussähe, also, ja, ein Velo und einer mit Übergewicht, nichts Persönliches, ein Koffer, lösten nicht mehr aus als eine kleine Routine: Formular ausfüllen, Tipps, wo es denn Pijamas zu kaufen gäbe (Tesco’s) abgeben und ja, Morgen käme gegen Mittag wieder ein Flugzeug. Im kalten Wind draussen dann kamen Michael und Teenie, meine Landlords, mit ihrem Bus, aber, nein, kein Gepäck. Sie wohnen auf Westray, einer Insel im Nordwesten und vermieten mir ihre Wohnung in Kirkwall auf Mainland.

Ihre Hochzeitsreise haben sie damals nach Obergesteln gemacht. Das ist gegenwindsüchtigen Velofahrern ein Begriff. Meine Wohnung ist klein, unter dem Dach, profitiert von der Ruhe der Fussgängerzone (Möwen sind keine Fussgänger und müssen deshalb auch nicht ruhig sein). Die Inseln sind britisch, also haben mindestens zwei Läden von 7 bis 22 Uhr offen und haben alles. Dass beide 20 Meter von meiner Wohnung weg, soll kein Nachteil sind. Die Namen meiner Nachbarn habe ich nach dem vierten Pardon sofort verstanden. Die Aussicht in die Hinterhöfe Richtung der kleinen Kirche ist interessant, vor allem wegen dem Himmel, der immer anders ist als 5 Minuten zuvor. Gestern abend blauer Himmel mit Wolken und Sonne, heute vormittag (da unten) wieder blauer Himmel mit Wolken und Sonne. Und so soll das nun den ganzen Sommer lang gehen, sagen sie hier.

Kurz vor Mittag rief Kieran vom Flughafen an und sagte, dass meine Dinge da seien und nun geliefert würden. – Danke. Es klopfte an der Tür und der Taxifahrer sagte, dass meine Dinge da seien. Ich ihm hintendrein die Treppe runter und er dann die Strasse runter, ich ihm hintendrein (die Strasse ist gesperrt wegen Bauarbeiten weiter oben), und weiter unten zeigt er auf die Strassenecke rechts hinten und da hat er einen kleinen Haufen gemacht mit Koffer, Rucksack und Kartonkiste. Zum Glück kommt die Kehrrichtabfuhr erst am Mittwoch (ich weiss, dass Integration über Sauberkeit und die lokalen Regeln läuft, das hörte in zuhause immer wieder, also habe ich das als erstes nachgefragt). Als ich ihm einen Tip geben wollte, sass er schon wieder im Auto und fuhr davon. Wikinger, meinte Bettina. Und im Hinterhof ist nun aus der Kiste nicht ein Urmel, sondern das Velo gestiegen. In Einzelteilen, wie eingepackt, und alle ganz. 
Houston, the Eagle has landed. Let the adventure begin….
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Wunderbar, die ersten Hürden genommen und sauber eingerichtet. Nun kann es losgehen
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